Die ersten Läuferinnen
Ca. 100 Jahre mussten die Frauen darauf warten offiziell an einem Marathon teilnehmen zu dürfen. Das “starke Geschlecht” war lange Zeit der Ansicht, dass die Anstrengung des Laufes einer Frau nicht zugemutet werden sollte. Dabei liefen schon in der Vorbereitung auf die ersten Olympischen Spiele in Athen zwei Frauen die besagte Strecke von Marathon nach Athen. Sie wurden jedoch später zum offiziellen olympischen Rennen nicht zugelassen.
Die Griechin Stamathia Rovithi benötigte etwas über fünf Stunden, ihre Landsfrau Melpomene konnte die Strecke sogar in eine halbe Stunde schneller, in nur viereinhalb Stunden zurückgelegen. Die Funktionäre kümmerte das wenig. Sie waren nach wie vor davon überzeugt, dass ein Marathon zu anstrengend für Frauen sei. Diese Ansicht wurde zumindest in olympischen Kreisen noch fast 100 Jahre vertreten. Dass die Frauen am Marathon teilnehmen dürfen ist Kathy Switzer zu verdanken.
Die damals 20 jährige Amerikanerin hatte 1967 das Startverbot umgangen, in dem sie sich nur mit ihren Initialen als K.V. Switzer für den Boston-Marathon angemeldet hatte. Während des Rennens wurde der Schwindel von einem der Offiziellen entdeckt. Dieser versuchte daraufhin, Switzer von der Straße zu drängen. Die Bilder dieser grotesken Geschichte gingen um die Welt.
Die anschließenden Proteste führten wenige Jahre später dazu, dass auch Frauen ganz offiziell am Marathon teilnehmen durften. 1972 starteten die ersten Läuferinnen beim Boston City Marathon. Als erste Marathon-Olympiasiegerin durfte sich die US-Amerikanerin Joan Benoit 1984 in Los Angeles in die Geschichtsbücher eintragen lassen. Ihre Zeit betrug respektable 2:24:52 Stunden.
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