5. Berliner Herbstlauf des Polizei SV
Die Tage nach der HM-Bestzeit beim Oderbruchmarathon. 29 Tage sind seit dem Oderbruch HM vergangen. Die ersten 19 Tage sahen so aus, dass mein Oberschenkel verletzt war (so ein ziehen in Hüfthöhe) was mich zu einer kompletten Laufpause zwang. Die Tage nach der HM-Bestzeit beim Oderbruchmarathon. 29 Tage sind seit dem Oderbruch HM vergangen. Die ersten 19 Tage sahen so aus, dass mein Oberschenkel verletzt war (so ein ziehen in Hüfthöhe) was mich zu einer kompletten Laufpause zwang. Die letzten 10 Tage konnte ich dann wieder trainieren, zum Glück war nicht allzu viel der Form verloren, allerdings war an Tempo noch nicht zu denken, da der Oberschenkel noch nicht ganz fit war. Erst 1 Tag vor dem Lauf war der Oberschenkel dann – überraschend – geheilt und ich hoffte auf eine Zeit unter 42 Minuten über die 10km um wichtige Berlin Cup Punkte zu sichern.
Berlin Cup – Ausgangssituation:
Momentan bin ich mit 152 Punkten auf Platz 1 meiner Altersklasse und habe 8 Wertungsläufe. Mit guten Ergebnissen auf den letzten 3 Läufen könnte ich 2x 18 und 1×19 Punkte streichen lassen und hätte eine Chance auf maximal 155 Punkte am Ende. Den ersten Platz werde ich sicher verlieren, sobald der schnellste in meiner AK seinen 8. Lauf macht, da bekommt er immer 20 Punkte. Auf Platz 2 ist mein bisheriger schärfster Konkurrent Jann Rathenow, jetzt allerdings mit 9 Punkten Rückstand auf mich keine Gefahr mehr für mich. Durch den verpatzten Mercedes Benz HM bekam ich dafür einen neuen Konkurrenten, der mir den 2. Platz noch streitig machen kann – Sven Fruth. Aktuell 7 Läufe und 129 Punkte, wäre also mit einem 20er bei diesem Lauf bis auf 3 Punkte an mir dran. Dazu kommt, dass er bei den letzten beiden Läufen noch 2 schlechtere Läufe mit je 17 Punkten streichen lassen kann. Seine Chance somit ebenfalls auf maximal 155 Punkte. Eigentlich ist Sven etwas langsamer als ich, aber durch die lange Verletzungspause und dadurch dass ich gar nicht weiss wie er aussieht, hatte ich für diesen Lauf ein mulmiges Gefühl. Deshalb nahm ich mir auch vor das Rennen relativ schnell, möglichst ín einer guten 41er Zeit zu laufen.
Vor dem Lauf
Gegen 9 Uhr kamen Leonie, Frank und ich in Marienfelde an und besorgten unsere Startnummern. Daraufhin machten wir uns warm und ich schaute mich nach der Startnummer 342 um, da diese Sven gehört und sollte ich ihn sehen war meine Taktik hinter ihm herzulaufen. Beim Nachtlauf Reinickendorf lief er eine sehr tiefe 41er Zeit, ich hoffte dass er das an diesem Tag nicht schafft. Nach dem Einlaufen habe ich ihn dann auch wirklich im Startfeld entdeckt. Ich stellte mich mit Frank allerdings weiter vorne rein, sollte er vorbeikommen musste ich eben mitziehen.
Start – KM 1-3
Nach dem Startschuss ging es ziemlich schnell los, die ersten schnellen Schritte seit 4 Wochen, mein Oberschenkel fühlt sich ganz gut an. Nach etwa 400m zog Sven bereits an uns vorbei, ich rief Frank zu dass ich versuche an ihm dranzubleiben, verlieren habe ich ja sonst zu nichts – so kann man sich irren… Ich lief ständig direkt hinter Sven, das Tempo kam mir schon ziemlich hoch vor, da ich aber die ersten beiden Kilometerschilder nicht sah, bemerkte ich erst bei km3, dass wir unter 4min/km laufen!!! Das konnte eigentlich nicht gut gehen und es dauerte nicht mehr lange, bis ich das Tempo rausnehmen musste, meine Beine waren ok, aber die Puste war heute der limitierende Faktor.
KM 3-7 – zu schneller Anfang rächt sich immer
Bereits der 4. Kilometer war mit 4:17 Minuten deutlich langsamer, doch nicht mal dieses Tempo hielt ich bis zum Ende als machbar. Die erste Runde bin ich dann etwas unter 21 Minuten gelaufen, eigentlich ganz ok, aber ich war halt ferddich
. Frank lief ungefähr bei Kilometer 6 wieder zu mir auf, ebenfalls hörte ich wie ein BC Läufer meiner Altersklasse hinter mir ist, der sonst definitiv langsamer ist als ich. Ich hielt mich noch etwas an Frank, aber nach etwa 800 Metern konnte ich das Tempo nicht mehr halten. 4:24 Minuten für den 7. Kilometer. Ich hatte keine Motivation mehr schneller zu laufen. Sven bekäme ich sowieso nicht mehr und Jann Rathenow, der Dauereinbrecher war noch nicht in Sicht. Dann lief Dennis auf mich auf. Mein Puls war zumindest wieder etwas runtergefahren und ich machte ihm den Vorschlag für eine kurze Zeit gegen den Wind Tempo zu machen, wenn ich den letzten Kilometer krieche hab ich wenigstens eine gute Tat getan, denn ob ich jetzt 18 oder 17 Punkte erhalten würde, wäre egal.
KM 8-9 – ein kleiner Hoffnungsschimmer bringt wieder etwas Tempo
Kurz vor km8 sah ich gut 200 Meter vor mir Jann in seinem blauen Laufshirt. Dies motivierte mich dann nochmal Tempo zu machen. 19 Punkte wären dann natürlich wieder was anderes und die würden mir in der tat weiterhelfen. Ich lief also von Dennis weg und sah, dass Frank gerade an Jann vorbeiläuft. Wär ich doch nur nicht so schnell angelaufen, dann hätte ich damit auch kein Problem gehabt … Vor dem km9 Schild war eine lange Gerade. Ich konnte fast mit dem Auge sehen wie Jann größer bzw. dessen Vorsprung kleiner wird, aber er ist noch mindestens 100m weg, das kann man in einem Kilometer fast nicht aufholen, vor allem da meine Kräfte am Ende waren. Exakt 9 Minuten verstrichen für die beiden Kilometer, wovon der 9. sicher schneller war.
KM 10 – Jeden Tag eine gute Tat
So nach 9,5km war mir klar dass ich Jann nicht mehr einholen kann. Damit konnte ich zumindest Dennis den Vortritt lassen und ihm seine 18 Punkte gönnen. 200m vor dem Ziel lief er auf und wir liefen nebeneinander. Kurz vor dem Ziel hab ich ihn dann vor mich reinlaufen lassen. 43:10 Minuten – Shit happens.
Nach dem Lauf
Gleich im Ziel sah ich Sven und fragte ihn nach seiner Zeit. Er ist nur knapp unter 42 Minuten gelaufen, also war auch für ihn das Tempo zu schnell. Das war dann somit der 2. fehler heute, denn wäre ich in meinem Tempo gelaufen hätte ich ihn womöglich überholt. So bin ich zumindest schlauer für nächsten Sonntag, da stehen wieder 10km an, allerdings etwas crossig durch den Wald und mit Anstiegen (was mir eigentlich ganz gut liegt). Frank lief wie geplant gute 42 Minuten und Leonie wie geplant knapp unter 48 Minuten, also alle ohne sonderliche Ambitionen.
Fazit und – das Ding mit den zwei linken Socken
Zum lauf gibt’s wohl nichts zu sagen. Ohne den schnellen Anfang wäre eine 41er Zeit drin gewesen, aber der Historiker ist immer Klüger als der Feldherr. Die Veranstaltung an sich war nichts besonderes. Die Strecke war nicht besonders toll, große Kritik gibt’s für die Anmeldung: 8,50 € kostete die Nachmeldung, doch die online Ausschreibung war erst vor ein paar Tagen online – NACH dem Anmeldeschluss. Wie sich manche trotzdem voranmelden konnten wussten wir nicht. Eines weiss ich jedoch nun sicher: Wie schon beim Mercedes Benz HM hatte ich 2 linke Socken an – das bringt mir wohl kein Glück, beim nächsten mal achte ich da sicher drauf!
Berlin Cup – aktueller Stand
Da Timo, unser schnellster in der AK, nicht am Start war bleibe ich vorerst mit 152 Punkten auf Platz 1. Sven kommt durch seine 20 Punkte auf 149 Punkte und ist damit nur noch 3 Punkte hinter mir. Mit einem weitern 20er wären wir theoretisch punktgleich. Jann hat sein schlechtestes Ergebnis von 14 Punkten streichen und durch 19 Punkte ersetzen können und ist somit auf 148 Punkte hochgekommen. Theoretisch könnte sogar Jann noch an mir vorbei, da er noch einen 16 Punkte Lauf streichen kann.
Meine Prognose für den nächsten Lauf:
Timo läuft seinen 8. Lauf und holt sich seinen 1. Platz mit 160 Punkten zurück. Ich werde hoffentlich dahinter 2. und erhöhe auf 153 Punkte. Dann kommt Sven Fruth und erhöht seinerseits auf 150 Punkte. Wenn dies so geschieht, könnte Sven maximal noch punktgleich mit mir am Ende da stehen. Sollte er vor mir sein und Timo läuft mit, stehts 152:151. Wenn Timo nicht mitläuft würde es 153:152 stehen (vorausgesetzt ich bin vor Jann). Es wird also noch interessant!!!
Weitere interessante Erfahrungsberichte können Sie unter www.marathon-andi.de lesen.
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